Manuelle Schmerztherapie

Manuelle Schmerztherapie

Über Jahrhunderte erschaffen und so nötig wie nie zuvor.

 

Wie wird aus einer Methode, die in vielen Jahrhunderten entwickelt wurde, eine neue Technik? Ganz einfach, sie wurde immer weiterentwickelt und trotzdem immer als neu empfunden. Zur Linderung von Beschwerden und Krankheiten erfolgreich praktiziert wurde konservative physikalische Schmerztherapie schon immer auf der gesamten Welt eingesetzt. Die Methoden sind sich sehr ähnlich, man findet bei genauerer Betrachtung viele Parallelen. Aus den Unterschieden, die es auch gibt, konnten die Schmerztherapeuten im Laufe der Jahrhunderte viel voneinander lernen. Heute wird nach den gleichen Grundprinzipien gearbeitet wie damals, nur haben sich die Techniken verändert und der Therapeut lässt dazu noch seine subjektive Erfahrung mit einfließen. Dadurch ergibt sich eine einzigartige Behandlungsmethode, die auf die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden kann.

 

Die Grundprinzipien bestehen vor allem darin, das zu nutzen, was einem Menschen zur Verfügung steht, um einem anderen Menschen Linderung zu verschaffen. Das waren früher (aber auch heute) hauptsächlich Pflanzen, Wärme, Kälte, Berührung, Dehnung und Kontakt. Diese Grundprinzipien haben bis heute Bestand und lassen sich aus einer manuellen und konservativen Schmerztherapie nicht mehr wegdenken. Die Wissenschaft hat viel über das Verhalten von Menschen herausgefunden, diese Erkenntnisse fließen in die Therapie ein wie z.B. wie wichtig Selbstwirksamkeit für Körper und Geist ist. So arbeitet man heute auch mit Aufklärung und selbstdurchgeführter Haltungskorrektur, der Patient bekommt eine umsetzbare Eigenverantwortung und erlangt dadurch eine gewisse Handlungsfähigkeit zurück.

 

Welche Techniken werden bei einer manuell durchgeführten Schmerztherapie angewendet?

Diagnose:

Eines der wichtigsten Elemente ist die Diagnose und der genaue Befund mit ausführlicher Anamnese des Patienten. Vorerkrankungen und die gesamte Vita fließen in die Ursachenforschung mit ein. Beim körperlichen Befund werden die „Ist-Zustände“ aufgenommen und dokumentiert, damit eine Veränderung später nachvollzogen werden kann. In der Regel findet man hier häufig über die Zeit erworbene und angelernte Fehlhaltungen. Auch die Spannung der Muskelgruppen lässt sich durch Tastbefund gut feststellen.

 

Balancieren:

Ist bei der Diagnose ein Muster zu erkennen und die Dysbalancen mit dem Verhalten des Patienten erklärbar, kann man kompensatorisch mit Übungen, die Zuhause durchgeführt werden können an einer Korrektur dieser Fehlhaltungen arbeiten. Unter Dysbalance wird ein Ungleichgewicht zwischen Kraft und der Dehnfähigkeit des Muskels verstanden. Dadurch kann es zu einer Fehlfunktion eines Gelenkes kommen und der Patient erlernt eine neue Fehlhaltung, die verschieden schmerzhafte Beschwerden hervorruft, die wiederum zu Fehlhaltungen führen können.

 

 

Manuell durchgeführte Schmerztherapie:

Um den Prozess dieser Fehlhaltungen schnellstmöglich positiv beeinflussen zu können, stehen dem Therapeuten verschiedene manuelle und physikalische Möglichkeiten zur Verfügung.

 

  • Wärme

  • Kälte

  • Dehnung

  • Massage

  • Chiropraktik

  • Vibrationstherapie

  • Kinesiologisches Tapen

 

Wärmetherapie:

Die Wärmetherapie lindert Schmerzen im Bereich der Muskulatur und kann, sofern keine Entzündung vorliegt als absolute Wohltat empfunden werden. Verschiedene Methoden stehen zur Auswahl: Fangopackung, Heiße Rolle oder eben klassisch die Infrarot Lampe. Diese Methoden wurden über Jahrzehnte hinweg erfolgreich eingesetzt und bieten dem Patienten erste Linderung und eine gute Vorbereitung auf die kommende Behandlung. 

 

 

Kältetherapie:

Die Kältetherapie wird auch zur Schmerzlinderung eingesetzt, wenn die Ursache oft traumatischer- oder entzündlicher natur ist. Sie hat einen positiven Einfluss auf das Schmerzgedächtnis und kann die Mobilität entzündeter Gelenke verbessern. Durch Kälte kann man aber auch sehr effektiv eine Mehrdurchblutung eines Körperteils hervorrufen, dieser Effekt kann für die weitere Behandlung genutzt werden.

 

Dehnung:

Bei den Übungen, die der Patient Zuhause machen kann, handelt es sich um funktionelle Dehnübungen. Diese Übungen spiegeln in ihrer Anfangs- und Endposition das „Ist“ wider. Er stellt also in einer normalen und machbaren Weise seinen Sollzustand wieder her. Dies ist eine Grundvoraussetzung für eine gesunde Statik des Bewegungsapparates.

Es gibt aber auch Muskeln, die sich nur sehr schwer durch funktionelle Dehnungen erreichen lassen. Vor allem bei Muskeln im Rumpfbereich, die für die Haltung verantwortlich sind. Hier werden manuelle Dehnungen des Therapeuten eingesetzt und der Patient bleibt während dieser Methode passiv,  man spricht hier von einer passiven Dehnung.

 

Massage:

Bei der Massage werden verschiedene Techniken angewandt, die einen positiven Einfluss auf das Haut-, Fett-, Nerven- und Muskelgewebe haben und auf die Psyche der Patienten. Nicht wenige Menschen erleben oft über Jahre keine Berührung, so dass das basale Erleben der Massage bei vielen Patienten zu einer Linderung und Erleichterung führt.

 

Die gängigsten Techniken der Massage sind:

  • Das Ausstreichen

  • Die Knetung

  • Die Reibung

  • Die Klopfung

  • Die Vibration

 

Durch diese verschiedenen Techniken werden Muskelverhärtungen durch dreidimensionale Dehnung therapiert, selbst wenn ein Muskel eine gewisse Bewegung gar nicht mehr richtig ausführen kann. Um eine funktionale Dehnung durchzuführen, ist es bei einer Massage möglich den Muskel durch Quer- und Tiefendehnung wieder zu mobilisieren. 

 

 

Wann wird eine manuelle Schmerztherapie angewendet?

Patienten sind oft auf der Suche nach einer Lösung, dass zu ihrem Problem passt und ihnen Linderung schafft und wieder zu Wohlbefinden führt. Auf dieser Suche gehen einige Menschen lange und vor allem auch sehr schmerzhafte Wege. Meist beginnt der Weg beim Hausarzt, eine häufige weitere Station ist der Radiologe, der über bildgebende Verfahren eine Diagnose stellt oder zu den Befunden gibt es keine passende Diagnose. Das System Schulmedizin ist großartig im Diagnostizieren von anerkannten körperlichen Erkrankungen, dafür stehen  ihr zahlreiche sehr gute Werkzeuge zur Verfügung. Die schulmedizinischen Befunde werden natürlich mitberücksichtigt und sollten auch vor einer Therapie immer dringend abgeklärt werden. 

Nach sorgfältiger Abklärung des Gesamtzustands des Patienten kann dann eine individuelle Therapie zusammengestellt werden. 

 

Wie hilft die manuelle Schmerztherapie?

Das Finden und Korrigieren der Ursache ist maßgeblich verantwortlich für den Erfolg einer guten Therapie. Genauso wichtig ist die aktive Mitarbeit des Patienten, sie trägt maßgeblich zum Erfolg der Therapie bei, vor allem, wenn damit auch ein Begreifen einhergeht. In einem ausführlichen Gespräch wird der Patient über alle Maßnahmen informiert, damit er versteht, wie die Therapie funktioniert und wie seine Mitarbeit den Therapieerfolg beeinflusst. 

 

Wer darf eine manuelle Schmerztherapie durchführen?

Ärzte und Heilpraktiker

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geschrieben von Julian Ehrich - Heilpraktiker / kopieren nur nach schriftlicher Genehmigung.